Das *** Sterne Hotel Manitoba ist ein sehr altes, stilvolles Hotel, mit selten schönem
rustikalen Interieur in ruhige Lage am Manitobaplatz, im Zentrum der
Fußgängerzone, 15o Meter bis vom Strand. Wir werden gebeten, mit den bepackten
Fahrrädern in die Empfangshalle zu kommen(es gibt keine Garagen) und auch keinen
Parkplatz. Es ist eine außergewöhnliche Situation. Alte Leuchter, altes Mobiliar, ein
großer, wunderschöner echter Teppich am Boden und wir mit unseren Rädern vor der
Rezeption. Die Fahrräder bekommen in der vornehmen Herrentoilette ihr
Nachtquartier.
Unser Zimmer ist wunderschön und sehr gemütlich. Ich werfe mich sofort auf das Bett.
59 Kilometer mit geschwollenen Füßen gefahren.
Horst besorgt uns etwas zu Essen und eine Flasche Wein.
Tagesetappe: 59 km
9. Tag 21. Mai
Wir überlegen wie es weiter gehen soll. Meine Füsse werden immer dicker.
Wir beschliessen einen kleinen Ort am Meer anzufahren, um mir und meinen Füssen
eine Pause von 3-4 Tagen zu gönnen. Nach 1,5 Kiliometern haben wir De Haan
erreicht. De Haan liegt direkt am Meer. An der Strandpromenade entdecken wir das
Strandhotel. Wir bekommen für 3 Tage
ein kleines nettes Zimmer mit Meerblick.
Es bleibt uns keine andere Wahl, ich muss zu einem Arzt. In der Touristik-
Information bekommt Horst eine Adresse. Ich beisse die Zähne zusammen und wir
fahren, ausgerüstet mit Adresse und Stadtplan, den Doktor suchen.
Die Sprechstunde von Dr.Guido Schietekatte Orthopäde beginnt erst um 18.00 Uhr.
Wir sind um 18.00 Uhr wieder in der Praxis.
Eine Anmeldung gibt es nicht. An einer Tür steht "Wartekammer".
In der Wartekammer sind schon 3 Patienten.
Dr.Schietekatte holt jeden Patienten persönlich ab.
Endlich bin ich dran. Er begrüsst mich mit "Bonjour Madame",
ich frage sofort, ob er deutsch spricht. Eine Erleichterung, er spricht deutsch.
Er erkundigt sich nach meinen Beschwerden. Ich erzähle von meinen, bis jetzt
zurückgelegten 500 Rad-Kilometern und zeige ihm meine Füsse, mit der bangen
Frage, ob er mir wohl helfen kann, oder ob ich unsere Radreise abbrechen müsse.
In einem sehr lustigem Ton sagt er, ich kann Dir helfen. Du kannst bald weiter fahren.
Unsere Vermutungen werden bestätigt. Seine Diagnose die "Achillessehnen
sind entzündet. Er verschreibt mir Tabletten und eine Salbe. Ich zahle 16 Euronen
und bedanke mich. Du mußt jetzt aber schnell in die Apotheke rennen, damit Du
heute Abend schon Deine Tabletten einnehmen kannst. Er nennt uns eine Apotheke,
die noch Dienst haben soll. Mit dem Stadtplan in der Hand fahren wir los.
Für die Medikamente muß ich 39.-Euronen berappen..
Im Strandhotel wird sofort die Medizin eingenommen. Abends
essen wir im Hotel-Reataurant. Es war nicht toll!
Aber dafür "sehr teuer".
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